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Projekt IRONMAN WELTMEISTSCHAFT HAWAII 2015

“The true measure of a man is not how he behaves in moments of comfort and convenience, but how he stands at times of controversy and challenges.”
(Martin Luther King)

Wer von Triathlon erzählt, kann ziemlich sicher sein, irgendwelche Reaktionen darauf zu bekommen. Die Meinungen umkreisen dabei zwei Extreme: Begnadet – und bescheuert. Doch egal, welchen Standpunkt man vertritt: Eine gewisse Magie kann diesem Sport niemand absprechen. Sie spiegelt sich in beiden Antworten wieder.
Warum wird der Triathlon so unterschiedlich wahrgenommen? Ganz einfach: Es liegt an ihm selbst. Er ist extrem. In unserer bequemen Welt sind körperliche Grenzerfahrungen selten geworden. Der Mensch muss seine Möglichkeiten im Alltag nicht mehr ausloten. Theoretisch könnte man ein Leben führen, ohne jemals außer Atem zu geraten. Eine Vision, die manchen verlockend erscheint. Mir allerdings nicht. Ich glaube, dass zu einem erfüllten Leben Anstrengungen, Entbehrungen und Herausforderungen dazugehören. Sich immer wieder an seine Grenzen zu wagen, dabei auch mal zu scheitern, wieder aufzustehen und es von Neuem zu versuchen – das hat für mich persönlich sehr viel mehr mit Glück zu tun, als ein grauer Alltag, der zwar vor dem Scheitern schützt, der aber keine Triumphe kennt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass irgendjemand am Ende seines Lebens sagen wird: „Mist! Hätte ich doch mehr auf der Couch gesessen.“
Der Rhythmus aus Puls und Atmung und das Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen bestimmen mein Leben. Aber das ist eine positive Form der Bestimmung. Sie stammt aus mir selbst. Der eigene Körper gibt den Takt vor – und das begreife ich als kostbar. Ansonsten ist unser Alltag schließlich weitgehend fremdgesteuert. Er ist bestimmt durch Termine und Treffpunkte, durch Stechuhren und Stundenpläne. Ausgerechnet für die beiden wichtigsten Dinge nehmen wir uns zu wenig Zeit: Für den Körper und die Seele. Der Triathlon schafft Räume dafür. Er verlangt zwar viel. Aber er gibt noch mehr zurück.
Die nackten Zahlen – 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen – beschreiben den Sport nur unzureichend. Laien können zwar ermessen, dass man diese Leistungen nicht im Vorbeigehen schafft. Trotzdem können Außenstehende die wahre Bedeutung kaum nachvollziehen. Diese Zahlen stehen für mehr als Strecken und Entfernungen. Sie stehen für die ultimative Herausforderung an Geist und Körper.
Auch an den Geist? Absolut. Triathlon ist nur auf den ersten Blick eine rein körperliche Angelegenheit. Ohne mentale Stärke wird man niemals erfolgreich sein. Wenn man sich immer wieder an seine Limits herankämpfen muss, dann hilft nur eins: Wollen. Man muss wollen. Immer wieder – und immer weiter. Hobbysportler und Profis unterscheiden sich nicht nur beim Trainingsumfang und -intensität. Sie unterscheiden sich auch hier. Nur wer unbedingt will – über Schmerzen und Erschöpfung hinaus – kann beim Triathlon erfolgreich sein.
Für mich ist der Triathlon die Krönung des Sports. Und für immer mehr Aktive und Zuschauer ist er es auch. Vielleicht kann man diesen Trend als Gegenbewegung zu der zunehmenden Bequemlichkeit werten. Als eine Rückbesinnung auf die Wahrheiten, die in uns selbst zu finden sind. Im Grunde ist Triathlon das Gegenteil dessen, was Sie gerade vor sich sehen. Er steht für die Welt jenseits der Computer und Büros. Triathlon steht für Herausforderungen und Triumphe. Letztlich steht er aber für das Leben selbst. Und das macht ihn so großartig.











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